In vielen Sekundarschulsystemen weltweit ist ehrenamtliches Engagement eine gängige Anforderung. Oftmals ist es Voraussetzung für den Schulabschluss und hilft Schülern, ihre akademische Laufbahn mit einer sinnvollen Verbindung zu ihrer lokalen oder globalen Gemeinschaft abzuschließen.
In Regionen wie Ontario, Kanada, müssen Schüler im Rahmen ihres High-School-Abschlusses eine festgelegte Anzahl an ehrenamtlichen Stunden absolvieren. In Ontario wird von Schülern zwischen der 9. und 12. Klasse erwartet, dass sie mindestens 40 Stunden ehrenamtliches Engagement leisten, um das Ontario Secondary School Diploma (OSSD) zu erhalten.
Was ist gemeinnützige Arbeit?
Gemeinnützige Arbeit, auch Freiwilligenarbeit genannt, ist unbezahlte Arbeit, die anderen zugutekommt, oft zur Unterstützung lokaler Organisationen, schutzbedürftiger Bevölkerungsgruppen oder Gemeinschaftsinitiativen. Dazu gehören Aktivitäten wie die Mithilfe bei Lebensmitteltafeln, die Unterstützung von Umweltsanierungen, die Unterstützung bei kulturellen oder schulischen Veranstaltungen oder die Arbeit mit älteren oder behinderten Menschen.
Mehr als eine Abschlussvoraussetzung
Obwohl gemeinnützige Arbeit in manchen Bildungssystemen eine formale Voraussetzung ist, geht ihr Wert weit über das bloße Abhaken eines Abschlusses hinaus. Durch Freiwilligenarbeit erwerben Schüler wichtige Lebens- und Berufskompetenzen wie:
- Führung – Initiative ergreifen und andere bei Gruppenprojekten oder Gemeinschaftsbemühungen anleiten.
- Teamarbeit – Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Personen zur Erreichung gemeinsamer Ziele.
- Kommunikation – Entwicklung von Hör- und Sprechfähigkeiten in realen Situationen.
- Problemlösung – Lernen, sich an Herausforderungen in dynamischen Umgebungen anzupassen und darauf zu reagieren.
- Empathie und Dankbarkeit – Perspektiven gewinnen, indem man Menschen in anderen Lebensumständen hilft.
Förderung der persönlichen Entwicklung und des sozialen Bewusstseins
Durch gemeinnützige Arbeit engagieren sich Studierende mit Menschen und Situationen außerhalb ihres regulären akademischen Umfelds. Dies öffnet ihnen die Augen für soziale, wirtschaftliche und ökologische Probleme und fördert ein tieferes Verantwortungsbewusstsein und Mitgefühl.
Durch die Teilnahme an Freiwilligenarbeit werden Studierende zu aktiveren und stärker in ihre Gemeinschaften eingebunden. Sie fördert zudem das interkulturelle Verständnis, insbesondere wenn Studierende im Ausland studieren oder sich in unterschiedlichen sozialen Kontexten ehrenamtlich engagieren. Neue Freundschaften schließen, kulturelles Bewusstsein entwickeln und etwas zurückgeben sind nur einige der lohnenden Ergebnisse.
Aufbau einer Kultur des Zurückgebens
Soziales Engagement ist in vielen Kulturen fest verankert, beispielsweise in Kanada, den USA und Großbritannien. Studierende werden oft dazu ermutigt, so früh wie möglich mit dem Freiwilligendienst zu beginnen. Viele empfinden ihn als prägende Erfahrung, die sie auch nach dem Erreichen der vorgeschriebenen Stundenzahl fortsetzen möchten.
Unabhängig davon, ob sich die Studierenden vor Ort ehrenamtlich engagieren oder sich an globalen Serviceinitiativen beteiligen, haben ihre Beiträge einen bedeutenden Einfluss – nicht nur auf das Leben anderer, sondern auch auf ihre eigene persönliche Entwicklung und ihre Zukunftsvorbereitung.
Wo soll ich anfangen?
Möglichkeiten für gemeinnütziges Engagement gibt es in jedem Stadtteil und an jeder Schule. Suchen Sie nach lokalen gemeinnützigen Organisationen, Bibliotheken, Notunterkünften, Gemeindezentren oder Umweltgruppen. Viele Schulen stellen den Schülern außerdem Listen mit anerkannten Freiwilligenangeboten zur Verfügung, um ihnen den Einstieg zu erleichtern.
Abschluss
Freiwilligenarbeit dient nicht nur der Erfüllung akademischer Anforderungen. Es geht darum, ein verantwortungsbewusster, fürsorglicher und sozial engagierter Bürger zu werden. Ob in lokalen Projekten oder internationalen Initiativen – gemeinnütziges Engagement legt den Grundstein für ein Leben voller sinnvoller Beiträge und persönlicher Entwicklung.
