Außerschulische Aktivitäten sind ein wichtiger Bestandteil einer umfassenden Ausbildung. Sie bieten Schülern die Möglichkeit, Talente jenseits des akademischen Lehrplans zu entdecken, soziale Kompetenzen zu entwickeln und Kreativität und Selbstvertrauen zu fördern. Während viele Schulen traditionelle Förderprogramme wie Sport, Musikensembles oder bildende Kunst anbieten, gehen immer mehr Schulen unkonventionelle, aber dennoch spannende Wege – eine davon ist das DJing.
DJing wird oft als reine Freizeitbeschäftigung unterschätzt, umfasst aber tatsächlich ein breites Spektrum an Kompetenzen, die die persönliche Entwicklung, technische Meisterschaft und sogar emotionale Intelligenz fördern. Hier erfahren Sie, warum diese einzigartige Aktivität einen genaueren Blick wert ist.
Was ist DJing – und warum gehört es in die Schule?
Beim DJing oder Discjockeying geht es darum, aufgenommene Musik für ein Live-Publikum oder für aufgezeichnete Sets auszuwählen und zu mischen. Obwohl es traditionell aus der Club- und Radiokultur stammt, hat sich das DJing zu einem kreativen und technischen Handwerk entwickelt, das Timing, Musikalität, digitale Kompetenz und die Einbindung des Publikums vermittelt.
In einem Bildungsumfeld verbindet DJing Musikunterricht mit Technologie, Performance und Selbstdarstellung – und ist somit eine ideale außerschulische Option für Lernende unterschiedlicher Herkunft, insbesondere für diejenigen, die mit herkömmlichem Musikunterricht keinen Bezug haben.
Kreativer Ausdruck und persönliche Identität
Einer der wichtigsten Aspekte des DJings ist die Möglichkeit, die eigene Persönlichkeit durch Musik auszudrücken. Durch die Auswahl von Tracks, das Erstellen von Mixes und die Gestaltung einer Klanglandschaft, die den individuellen Geschmack widerspiegelt, können die Schüler ihre Identität und ihr Geschichtenerzählen durch Klang erkunden.
Anders als strukturierte Musikprogramme können die Schüler beim DJing ihren eigenen Interessen nachgehen – ob es sich nun um elektronische Musik, Jazz, Hip-Hop, klassische Crossover oder globale Beats handelt – und gleichzeitig lernen, wie sie das Erlebnis eines Publikums durch Rhythmus und Stimmung gestalten können.
Kompetenzentwicklung in mehreren Domänen
- Koordinierung: Die Bedienung von Audiogeräten, die Anpassung des Tempos und der Übergang zwischen Titeln erfordern feine motorische Fähigkeiten und Entscheidungen in Echtzeit.
- Kreativität: DJing ist ein äußerst kreativer Prozess, der Vorstellungskraft, Innovation und Experimentierfreude mit Sound, Genre und Tempo erfordert.
- Achtsamkeit und Konzentration: Aufmerksames Musikhören und Planen von Übergängen schärft die Konzentration und fördert die Geistesgegenwart.
- Problemlösung: Durch die technische Fehlerbehebung lernen die Schüler, belastbar und anpassungsfähig zu sein, wenn sich Geräte oder Software nicht wie erwartet verhalten.
- Soziale Intelligenz: Das Einschätzen der Stimmung im Raum, das Reagieren auf ein Publikum und die Arbeit in Paaren oder Teams schärft das zwischenmenschliche Bewusstsein.
- Vertrauensbildung: Vor Gleichaltrigen aufzutreten und die eigene kreative Arbeit zu präsentieren, fördert die Risikobereitschaft, den Stolz und das Selbstvertrauen beim öffentlichen Reden.
Integration des DJings in den Schullehrplan
Während DJing meist als außerschulische Aktivität oder außerschulisches Programm angeboten wird, integrieren einige Schulen es mittlerweile in den Musik-, Medien- oder Digitaltechnikunterricht. Es bietet eine sehr spannende Möglichkeit, Musiktheorie, Sounddesign und sogar die Geschichte globaler Musikbewegungen zu vermitteln.
Schulen mit Geräten wie Mischpulten, Controllern, DJ-Software und Soundsystemen können barrierefreie Programme erstellen, die Schüler aller Altersgruppen ansprechen. Als inklusive Aktivität kann DJing sowohl introvertierte als auch extrovertierte Lernende ansprechen und erfordert keine musikalische Vorbildung.
Verbindungen zur realen Welt und Karrierewege
Für Studierende, die sich intensiv für das DJing interessieren, kann es Türen für zukünftige Karrieren in den Bereichen Tontechnik, Musikproduktion, Rundfunk, Eventmanagement und darstellende Kunst öffnen. Es fördert auch das unternehmerische Denken – viele DJs lernen, ihr eigenes Branding, ihre Logistik und ihre Kundenbeziehungen zu managen.
Auch für diejenigen, die in anderen Bereichen tätig sind, sind die übertragbaren Fähigkeiten – von Zeitmanagement und Gelassenheit unter Druck bis hin zu technischer Kompetenz und kreativer Kommunikation – nach wie vor äußerst wertvoll.
Zugehörigkeit und Engagement fördern
DJing kann auch den sozialen Zusammenhalt innerhalb der Schule fördern. Clubs, Schultänze, Open-Mic-Veranstaltungen und Versammlungen mit Schüler-DJs ermöglichen es jungen Menschen, die Atmosphäre in der Schule mitzugestalten und positiv zum kulturellen Leben der Schule beizutragen.
Durch die gemeinsame Planung von Sets und den Austausch von Feedback bauen die Studierenden häufig Peer-to-Peer-Verbindungen auf und stärken so die Teamarbeit und die gemeinsame Zielsetzung.

