Wenn Studierende mit der Einreichung ihrer Universitätsbewerbungen beginnen, haben viele Eltern viele Fragen. Von der internationalen Zulassung bis hin zu den neuesten Trends in der Studierendenbewertung kann der Prozess schnell überfordernd sein. Um den Ablauf zu erleichtern und häufige Bedenken auszuräumen, bieten Hochschulberater regelmäßig Workshops und Informationsveranstaltungen an, um Familien in dieser spannenden Zeit zu unterstützen.
Nachfolgend finden Sie fünf der gängigsten Mythen rund um die Bewerbung an Universitäten – insbesondere an wettbewerbsorientierten Universitäten weltweit – und die dahinter stehenden Realitäten.
Mythos 1 – Perfekte Noten garantieren die Zulassung
Die Realität: Gute Noten sind zwar wichtig, aber nicht alles. Universitäten, insbesondere in Ländern wie den USA, verfolgen bei der Zulassung einen ganzheitlichen Ansatz.
- Zulassungsteams möchten echte Leidenschaft für das Fachgebiet sehen.
- Studierende, die Führungsqualitäten, Initiative, Engagement und Wirkung zeigen (oft als „LIDI“ bezeichnet), fallen auf.
- Auch „nachgewiesenes Interesse“ – die Teilnahme an Universitätsveranstaltungen, Webinaren oder Vorstellungsgesprächen – kann sich positiv auf die Bewerbung eines Studenten auswirken.
Mythos 2 – US-Universitäten legen mehr Wert auf außerschulische Aktivitäten als auf akademische Leistungen
Die Realität: Außerschulische Aktivitäten sind wichtig, aber das größte Gewicht haben bei der Bewerbung immer noch die akademischen Leistungen.
- Wichtige Bewertungskriterien sind die Zeugnisse und die schulische Entwicklung ab der 10. Klasse.
- Studierende sollten ihre Kursauswahl an ihren angestrebten Hauptfächern ausrichten. Beispielsweise profitieren Bewerber für ein Ingenieurstudium von Kursen auf höherem Niveau in Mathematik und Naturwissenschaften.
- Es besteht keine Notwendigkeit, alles zu tun – die Studierenden sollten sich auf das konzentrieren, was sie wirklich interessiert, und sich sinnvoll beteiligen.
- Eine bemerkenswerte Ausnahme stellt die Rekrutierung von Sportlern dar, bei der Spitzensportler möglicherweise schon frühzeitig von Universitätstrainern entdeckt werden.
Mythos 3 – US-Universitäten bevorzugen AP gegenüber IB
Die Realität: Sowohl Advanced Placement (AP) als auch International Baccalaureate (IB) genießen weltweites Ansehen und US-Universitäten sind mit der Bewertung von Schülern beider Studiengänge bestens vertraut.
- Der IB-Lehrplan wird in den USA und darüber hinaus weitgehend akzeptiert und viele amerikanische High Schools bieten das Programm an.
- Zulassungsbeauftragte erhalten eine umfassende Schulung, um IB-Schüler effektiv beurteilen zu können. Der IB Extended Essay dient oft als hervorragendes akademisches Beispiel.
- Viele Universitäten vergeben Leistungspunkte oder eine Platzierung für hohe IB-Ergebnisse, wodurch die Studierenden Zeit und Studiengebühren sparen.
- An verschiedenen Institutionen sind IB-spezifische Stipendien verfügbar, was den Wert des Programms zusätzlich unterstreicht.
Mythos 4 – Sie brauchen einen privaten Agenten, um an eine Spitzenuniversität zu kommen
Die Realität: Private Vermittler oder Berater können zwar Unterstützung leisten, sind für die Zulassung an Spitzenuniversitäten jedoch nicht erforderlich.
- Unabhängige Berater können zwar ein beruhigendes Gefühl vermitteln, haben jedoch nicht immer Zugriff auf aktuelle oder genaue Informationen.
- In vielen Fällen übernehmen die erfolgreichsten Studierenden die Verantwortung für ihren Bewerbungsprozess ohne Unterstützung Dritter.
- Schulbasierte Universitätsberatungsteams haben oft direkte Beziehungen zu Zulassungsbeauftragten und können sich wirksamer für ihre Studenten einsetzen.
- Wenn sich Familien für die Zusammenarbeit mit einem externen Berater entscheiden, werden die besten Ergebnisse erzielt, wenn die Kommunikation zwischen dem Schüler, der Familie, dem Schulberater und dem externen Berater offen ist.
Mythos 5 – Bei der Zulassung zu Universitäten werden bestimmte High Schools bevorzugt
Die Realität: Die Zulassungsbeauftragten berücksichtigen den Kontext der Bewerbung jedes einzelnen Studenten – nicht das Prestige der Schule, die er besucht.
- Universitäten bewerten die akademischen Leistungen eines Studenten im Kontext der Angebote und Ressourcen ihrer Schule.
- Entscheidend ist, wie der Schüler die ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzt, nicht der Name oder der Standort seiner High School.
- Zulassungsteams berücksichtigen im Rahmen einer umfassenderen Prüfung jedes Bewerbers sozioökonomische Faktoren, Kursverfügbarkeit und gesellschaftliches Engagement.
Abschließende Gedanken
Wenn man versteht, wie das Zulassungsverfahren an einer Universität wirklich abläuft, kann dies die Angst vor diesem aufregenden Meilenstein für Schüler und Familien erheblich lindern. Schulen können Familien optimal unterstützen, indem sie frühzeitig und häufig Beratung anbieten und Schülern helfen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: akademisches Wachstum, persönliche Entwicklung und die Suche nach der passenden Universität, an der sie sich entfalten können.
