Nachobligatorische Ausbildung in der Schweiz

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Sowohl die Schweiz als auch Großbritannien sind wichtige Global Player im Bildungsbereich. Allerdings unterscheiden sich die obligatorische und die nachobligatorische Bildung in der Schweiz und in Großbritannien stark in Bezug auf Ziele, Standardisierung, Zentralisierung, Schulmanagement und die Rolle des Lehrers, um nur einige Aspekte zu nennen.

Die Schweiz - die Spitze der Bildung

Die Schweizer haben die beste Berufsausbildung der Welt und die Briten wahrscheinlich das beste Hochschulzugangsprüfungssystem (A-Levels) der Welt. Eines der auffälligsten Merkmale des Schweizer Bildungssystems ist seine ausgeklügelte Architektur mit ihrer Durchlässigkeit und der Balance zwischen Allgemeinbildung und Berufsausbildung. Die UK-System ist einseitiger in der Betonung der akademischen Ausbildung und der Vernachlässigung des Handwerks. Die Schweiz und Großbritannien haben gemeinsam mehr hochrangige Universitäten als die gesamte EU zusammen.

Despite its diminutive size, Switzerland currently counts eight or more universities in the top 200 in the world, and several in the top 20 or 30, including the Zurich and Lausanne Institutes of Technology, the world’s best hotel management college in Lausanne and continental Europe’s best business school in St Gallen.

Drei Arten von "Matura"/ "maturité"/ "maturità", drei Arten der nachobligatorischen Ausbildung in der Schweiz

Compulsory education ends with Year 9 (called Year 11 in “la Romandie”, but not in this book), the last year of lower secondary school (“Sekundarstufe I”, “degré secondaire I”, “livello secondario I”).

This year marks the beginning of upper secondary school (“Sekundarstufe II”, “degré secondaire II”, “livello secondario II”). At this point, students are either offered a place at an academic elite school or they opt for an apprenticeship – with or without a vocational university entrance exam (“Berufsmatura”, “maturité professionnnelle”,“maturità professionale”)—or a specialised middle school (FMS, “école de culture générale et de commerce”, “scuola specializzata”) with a specialised university entrance exam (“Fachmatura”, “maturité spécialisée”, “maturità specializzata”).

Einige Schüler mit ausgeprägten Lernschwierigkeiten werden in Förderschulen untergebracht. Die Fachhochschulreife ermöglicht den Zugang zu Fachhochschulen und höheren Fachschulen. Es gibt auch ein einjähriges Grundlagenprogramm ("Passerelle" auf Deutsch und Französisch oder "passerella" auf Italienisch), das die Lücke zwischen der Berufsreifeprüfung und den traditionellen Universitäten schließt.

Inhaber einer traditionellen Hochschulzugangsberechtigung ("gymnasiale Maturität" / "maturité gymnasiale" / "maturità liceale") haben Zugang zu traditionellen Universitäten, Höheren Berufsfachschulen, Pädagogischen Hochschulen und Fachhochschulen, wobei letztere von Inhabern der "gymnasialen Maturität" / "maturité gymnasiale" / "maturità liceale" verlangen, dass sie vor der Zulassung ein verlängertes Praktikum von bis zu einem Jahr absolvieren.

Berufliche Mittelschulen und Fachmittelschulen

Die berufsbildenden mittleren Schulen sind meist Teil der Berufsschulen. Sie bereiten entweder ausbildungsbegleitend (BM I, MP I) oder im Anschluss an eine Ausbildung (BM II, MP II) auf die Berufsmaturität (BM) vor. Es gibt viele verschiedene Arten dieser Prüfung, vom kaufmännischen bis zum technischen Bereich und vom Gesundheitswesen bis zum Gastgewerbe und der Gastronomie.

Fachmittelschulen ("Fachmittelschule FMS", "école de culture générale et de commerce", "scuola specializzata") gibt es in verschiedenen Ausprägungen mit den Schwerpunkten Kommunikation, Medien und Information, Pädagogik (für angehende Lehrer), Sozialarbeit, Gesundheitswesen und Naturwissenschaften, Kunst & Design oder Darstellende Kunst. Es gibt auch spezialisierte Mittelschulen für Betriebswirtschaft und Informationstechnologie mit einem Vollzeitprogramm von 2-3 Jahren und einem verlängerten Praktikum. Die Absolventen erhalten eine spezialisierte Hochschulzugangsberechtigung ("Fachmaturität", "maturité spécialisée", "maturità specializzata").

Durchlässigkeit - vielleicht die größte Stärke des Schweizer Bildungssystems

Die Schüler sind gut auf die nachobligatorische Ausbildung in der Schweiz vorbereitet
Die Schüler sind gut auf die nachobligatorische Ausbildung in der Schweiz vorbereitet

Whoever completes compulsory education in Switzerland has the choice of an upper secondary school or an apprenticeship. Years 10 to 12 or 13 are called “Sekundarstufe II” (upper secondary school level), during which students attend an academic elite school (“Kurzgymnasium”, “lycée”, “collège”, “école de maturité”, “liceo”) of three to five years and take the Swiss university entrance examination (“gymnasiale Matura”, “maturité gymnasiale”, “maturità liceale”) in order to gain access to traditional universities.

Andere besuchen eine vierjährige Fachmittelschule (école de culture génerale, scuola specializzata), die nach drei Jahren Vollzeitunterricht zum Fachmittelschulausweis (certificate de culture générale, certificate di scuola specializzata) führt, der den Zugang zu höheren Fachschulen ermöglicht, mit einem fakultativen vierten Jahr (mit Praktikum, Projekten oder weiterem Unterricht), das zu einer Fachmatura führt, die den Zugang zu Fachhochschulen und Universitäten ermöglicht.

Wer eine Lehre abschliesst, erlangt ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis ("certificate fédéral de capacité", "certificato fédérale di formazione pratica"). Kürzere Ausbildungen (zwei Jahre) führen zu einem tieferen Abschluss ("eidgenössisches Berufsattest", "attestation fédérale de formation professionnelle", "attestato federale di capacità"), der aufgewertet werden kann.

Während oder unmittelbar nach der Lehre, die zur Berufsmaturität führt, gibt es die Möglichkeit einer Ausbildung mit grundlegender oder intensiverer Ausbildung an einer berufsbildenden mittleren Schule ("Berufsmittelschule", "école de maturité professionnelle", "scuola professionale"), mit direktem Zugang zu Fachhochschulen.

Höhere Fachschulen (HF, école supérieure (ES), scuola superiore specializzata (SSS)) stehen allen offen, die eine Lehre, eine Berufsmatura oder eine Fachhochschulreife abgeschlossen haben, "Fachmatura", "maturité professionnelle", "maturité spécialisée", "maturità professionale", "maturità specializzata") oder eine Hochschulreife ("gymnasiale Matura", "maturité gymnasiale", "maturità liceale").

Fachhochschulen sind für Inhaber einer beruflichen oder fachlichen Hochschulzugangsberechtigung direkt zugänglich. Inhaber einer Hochschulzugangsberechtigung ("gymnasiale Matura", "maturité gymnasiale", "maturità liceale") haben direkten Zugang zu den traditionellen Universitäten und höheren Fachschulen, müssen aber vor der Zulassung zu den Fachhochschulen ein etwa einjähriges Praktikum absolvieren.

Inhaber einer Berufs- oder Fachschulreife können auch über ein einjähriges Grundstudium ("Passerelle") oder über die gymnasiale Maturität an einer Volkshochschule (auch "Matura auf dem zweiten Bildungsweg" genannt) in die traditionelle Universität wechseln. Diese Durchlässigkeit ("perméabilité", "permeabilità") ist vielleicht eines der Hauptmerkmale des Schweizer Systems und auch eine seiner größten Stärken.

Robin Hull,
Autor von 'Ein Wegweiser durch das Schweizer Bildungssystem'

This is an excerpt from the only overview of the Swiss educational system in English currently in existence for parents with an international background. It can be ordered on www.guideto.ch

Geschrieben von

Hull's Schule Zürich

Hull's School Zurich

Hull's School ist das erste englische College in Zürich für Teenager. Das vierjährige College-Programm wird in englischer Sprache unterrichtet (mit Ausnahme der modernen Sprachen) und umfasst die Fifth und Sixth Forms (Jahrgangsstufen 10 bis 13) in Großbritannien. Die Schüler werden auf IGCSE- und A-Level-Prüfungen vorbereitet.